Grafik einer Erde mit leuchtenden Datenlinien; darüber die Überschrift „Breitband-Wissen einfach erklärt“ und der Hinweis „Das große Breitband-Lexikon von A bis Z“.

Breitband-Wissen: Fachbegriffe rund um Internetanschlüsse, Tarife, Technik und Verbraucherrechte in Deutschland

Das umfassende Breitband-Lexikon mit allen wichtigen Begriffen rund um DSL, Kabel, Glasfaser, 4G/5G, WLAN, Tarifdetails und Ihre Rechte beim Anbieterwechsel in Deutschland.

Unser Glossar wird laufend erweitert und aktualisiert. Vermissen Sie dennoch einen Begriff? Schreiben Sie uns einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! – wir fügen ihn gerne hinzu.

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z

A

 

ADSL

Ältere DSL-Variante über Kupferleitungen mit deutlich geringerem Upload als Download. Heute meist durch VDSL oder Glasfaser ersetzt, in manchen Regionen aber noch vorhanden. Für Sie heißt das: oft niedrigere Geschwindigkeiten als bei modernen Anschlüssen.

All-IP / VoIP

Telefonie läuft vollständig über die Internetleitung (VoIP = Voice over IP). Neue Festnetzanschlüsse in Deutschland sind praktisch immer All-IP. Wichtig: Bei Internetausfall funktioniert auch das Festnetztelefon nicht.

Anbieter (Internetprovider)

Unternehmen, das Internetanschlüsse und Tarife bereitstellt – etwa über DSL/VDSL, Kabel, Glasfaser oder Mobilfunk. Anbieter unterscheiden sich bei Preis, Verfügbarkeit, Service und realer Leistung. Ein Vergleich hilft, die passende Technik am Standort zu finden.

Anbieterwechsel

Wechsel zu einem neuen Provider; der neue Anbieter übernimmt meist Kündigung und Koordination. Sinnvoll bei besseren Preisen, höherer Bandbreite oder stabilerer Anschlussart. Bei Problemen während des Wechsels können Entschädigungen möglich sein.

Anschlussart

Technische Art, wie Internet zu Ihnen kommt: DSL/VDSL (Kupfer), Kabel (Koax), Glasfaser oder Mobilfunk (4G/5G). Jede Anschlussart hat eigene Stärken bei Geschwindigkeit, Stabilität und Latenz. Welche Technik möglich ist, hängt von der Verfügbarkeit an Ihrer Adresse ab.

APL (Abschlusspunkt Linientechnik)

Hausübergabepunkt der Telefon-Kupferleitung, meist im Keller. Von hier aus führt die Hausverkabelung zur Wohnung. Bei DSL-Störungen oder Neuanschlüssen wird der APL häufig geprüft.

B

 

Bandbreite

Maximale Datenmenge pro Sekunde, die Ihr Anschluss übertragen kann. Höhere Bandbreite bedeutet schnellere Downloads und stabileres Streaming für mehrere Geräte. Für den Alltag zählt neben „bis zu“ auch die normalerweise verfügbare Geschwindigkeit.

Bereitstellungsgebühr

Einmalige Kosten zu Vertragsbeginn, z. B. für Aktivierung oder Versand. Je nach Aktion kann sie reduziert oder erlassen werden. Für den Vergleich sollte sie in den Effektivpreis einfließen.

„Bis-zu“-Geschwindigkeit

Beworbener Maximalwert eines Tarifs, der nicht dauerhaft garantiert ist. Besonders bei Kabel und Mobilfunk kann die reale Geschwindigkeit schwanken. Verlässlicher sind die Werte im Produktinformationsblatt.

Breitbandmessung (Bundesnetzagentur)

Offizielles Messverfahren der Bundesnetzagentur für Download, Upload und Latenz. Die Messung liefert ein rechtssicheres Protokoll bei zu niedriger Leistung und ist die Grundlage für Minderung oder Sonderkündigung bei dauerhaft zu langsamem Internet. Mehr Informationen finden Sie auf der offiziellen Website https://www.breitbandmessung.de/.

C

 

Cashback / Wechselbonus

Einmaliger Neukunden-Vorteil als Auszahlung oder Gutschrift. Er senkt die Kosten über die Laufzeit, wird aber oft verzögert ausgezahlt. Wichtig ist der Effektivpreis inklusive Bonus.

CGNAT (Carrier-Grade NAT)

Mehrere Kunden teilen sich eine öffentliche IPv4-Adresse. Das kann Portfreigaben, Heimserver oder bestimmte Online-Spiele einschränken. Häufig bei Mobilfunk- und DS-Lite-Anschlüssen.

D

 

Datenrate

Tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit Ihres Anschlusses. Sie kann je nach Leitungslänge (DSL), Segmentauslastung (Kabel) oder Funkqualität (5G) variieren. Maßgeblich sind Mindest- und Normalgeschwindigkeit aus dem PIB.

DOCSIS

Technikstandard für Kabelinternet im TV-Koaxialnetz. Neuere Versionen wie DOCSIS 3.1 ermöglichen höhere Bandbreiten und stabilere Verbindungen. Relevant, wenn Router/Modem getauscht oder neu gekauft wird.

Downloadrate

Geschwindigkeit, mit der Daten aus dem Internet zu Ihnen kommen. Wichtig für Streaming, Downloads und Updates. Anbieter bewerben meist die Downloadrate – Upload und Latenz sollten Sie mitbewerten.

DS-Lite (Dual Stack Lite)

Übergangstechnik: öffentliche IPv6-Adresse, IPv4 läuft über einen Provider-Tunnel. Dadurch sind eigene IPv4-Portfreigaben meist nicht möglich. Besonders verbreitet bei Kabelanschlüssen.

DSL / VDSL

Internet über Telefon-Kupferleitungen; VDSL ist die schnellere Ausbaustufe. Die Geschwindigkeit sinkt mit zunehmender Leitungslänge zum Verteiler. In vielen Regionen Standard, aber weniger zukunftssicher als Glasfaser.

E

 

Effektivpreis

Durchschnittlicher Monatspreis über die Mindestlaufzeit. Berücksichtigt Rabattphase, Cashback und Einmalgebühren. Beste Vergleichsgröße zwischen Tarifen.

Endgerätefreiheit / Routerfreiheit

Sie dürfen Ihren Router frei wählen; Anbieter müssen Zugangsdaten bereitstellen. Das gilt auch bei Glasfaseranschlüssen. Vorteil: Sie sind nicht an Leihgeräte gebunden und können Ihr Heimnetz besser steuern.

F

 

Fair-Use-Policy / Drosselung

Regeln, nach denen die Geschwindigkeit nach hohem Datenverbrauch reduziert werden kann. Relevant vor allem bei Mobilfunk- und Hybridtarifen. Prüfen Sie Datenlimit und Drosselgrenze im Vertrag.

Flatrate

Tarif ohne festes Datenlimit, mit fixem Monatspreis. Im Festnetz Standard, im Mobilfunk oft mit Fair-Use-Regeln verbunden. Für Vielnutzer die wichtigste Tarifform.

FTTB / FTTC / FTTH

Glasfaser-Ausbaustufen: FTTC = Glasfaser bis zum Verteiler, Rest Kupfer; FTTB = Glasfaser bis ins Gebäude; FTTH = Glasfaser bis in die Wohnung. FTTH ist am schnellsten und zukunftssichersten.

G

 

Glasfaser

Internet über Lichtsignale in Glasfaserkabeln. Bietet sehr hohe Bandbreiten, stabile Verbindung und geringe Latenz. Langfristig die Standardtechnik im Festnetz.

Gbit/s

Einheit für Gigabit-Tarife; 1 Gbit/s = 1.000 Mbit/s. Typisch bei Glasfaser oder modernem Kabel. Lohnt sich besonders in Haushalten mit vielen Nutzern.

H

 

Hybrid-Tarif

Kombination aus Festnetz (meist DSL) und LTE/5G zur Bandbreiten-Erhöhung. Sinnvoll, wenn Festnetz vor Ort langsam ist. Achten Sie auf mögliche Drosselung der Mobilfunk-Komponente.

HÜP (Hausübergabepunkt, Kabel)

Übergabepunkt des Kabelnetzes im Gebäude. Hier endet das Netz des Anbieters und geht in die Hausverkabelung über. Wichtig bei Neuanschluss oder Störungssuche.

I

 

IP-Adresse (IPv4 / IPv6)

Eindeutige Adresse Ihres Anschlusses im Internet. IPv6 ist der moderne Standard, IPv4 wird knapp und teils geteilt (CGNAT/DS-Lite). Für Heimserver oder Portfreigaben ist eine öffentliche IPv4 oft hilfreich.

J

 

Jitter

Schwankungen der Latenz (Ping) im Zeitverlauf. Hoher Jitter führt zu abgehackten Videocalls oder Problemen beim Online-Gaming. Glasfaser hat meist die geringsten Jitter-Werte.

K

 

Kabel-Internet

Internet über TV-Koaxialkabel (DOCSIS). Downloads sind oft sehr schnell, Uploads im Vergleich niedriger. Da ein Segment geteilt wird, kann es zu Stoßzeiten langsamer werden.

Kündigungsfrist

Zeitraum, den Sie vor Vertragsende kündigen müssen. Nach der Mindestlaufzeit beträgt die Kündigungsfrist nur noch einen Monat. Lange Laufzeiten binden, kurze geben mehr Flexibilität.

L

 

LAN

Kabelgebundene Netzwerkverbindung im Haushalt. Meist stabiler und schneller als WLAN, besonders durch dicke Wände oder über mehrere Etagen. Ideal für Homeoffice oder Gaming.

Latenz / Ping

Reaktionszeit der Verbindung in Millisekunden, umgangssprachlich „Ping“. Niedrige Latenz ist wichtig für Gaming, Videocalls und Cloud-Dienste. Glasfaser bietet hier meist die besten Werte.

M

 

Mesh-WLAN

Mehrere WLAN-Stationen bilden ein gemeinsames Funknetz. Verbessert die Abdeckung und Stabilität in großen Wohnungen oder Häusern. Sinnvoll bei schnellen Tarifen und vielen Endgeräten.

Mindestens / normalerweise / maximal verfügbare Geschwindigkeit

Drei Pflichtwerte im Produktinformationsblatt: minimal = darf nur selten unterschritten werden, normalerweise verfügbar = typischer Alltag, maximal = technisches Optimum. Diese Angaben sind für den Vergleich wichtig.

Minderungsrecht

Wenn Ihr Festnetz-Internet dauerhaft deutlich langsamer ist als vereinbart, können Sie den Preis mindern und unter Umständen außerordentlich kündigen. Zu beachten ist, dass die tatsächliche Geschwindigkeit belegt werden muss. Die Bundesnetzagentur stellt hierfür ein Tool zur Verfügung, das Sie unter https://www.breitbandmessung.de/ herunterladen können.

N

 

NAT

Router-Technik, die mehrere Geräte im Heimnetz über eine öffentliche IP ins Internet bringt. Private IP-Adressen werden dabei „übersetzt“. Standard im Haushalt, kann mit CGNAT/DS-Lite gekoppelt sein.

Netzabschlusspunkt

Technischer Punkt, an dem das Netz des Anbieters endet und Ihr Heimnetz beginnt. Ab hier dürfen Sie eigene Router nutzen. Je nach Anschlussart ist das z. B. TAE-Dose, Kabeldose oder Glasfaser-Dose.

Netzneutralität

Anbieter müssen Daten grundsätzlich gleich behandeln. Dienste dürfen nicht ohne sachlichen Grund blockiert oder verlangsamt werden. Das schützt Sie vor unfairer Bevorzugung einzelner Inhalte.

O

 

ONT (Optical Network Terminal)

Netzabschlussgerät bei FTTH, das Lichtsignale der Glasfaser in elektrische Signale umwandelt. Vereinfacht: das Glasfaser-Modem. Kann separat oder im Glasfaserrouter integriert sein.

P

 

PPPoE-Zugang

Einwahlverfahren bei vielen DSL-Anschlüssen. Sie benötigen dafür Zugangsdaten vom Anbieter, besonders bei eigenem Router. Ohne PPPoE-Login kommt keine Verbindung zustande.

Produktinformationsblatt (PIB)

Pflicht-Infoblatt vor Vertragsabschluss. Enthält Preis, Laufzeit sowie minimale, normalerweise verfügbare und maximale Datenrate. Damit können Sie Tarife realistisch vergleichen.

Q

 

QoS (Quality of Service)

Priorisierung von Daten im Heimnetz oder im Anbieter-Netz. So werden Videocalls oder Gaming gegenüber Downloads bevorzugt. Hilft bei vielen Geräten oder hoher Auslastung für stabile Nutzung.

Qualitätsparameter

Neben der Bandbreite zählen Upload, Latenz, Jitter und Paketverlust zur Anschlussqualität. Sie beeinflussen vor allem Homeoffice, Gaming und Videostreaming. Ein guter Tarif erfüllt alle Parameter zuverlässig.

R

 

Router

Zentrales Gerät, das Internet im Haushalt per WLAN und LAN verteilt. Steuert außerdem Firewall und oft Telefonie. Gute Router sind bei schnellen Tarifen entscheidend für stabile Leistung.

Routermiete / Leihrouter

Monatliche Gebühr für einen Anbieterrouter. Bequem, aber über Jahre oft teurer als ein eigenes Gerät. Dank Routerfreiheit können Sie jederzeit wechseln.

S

 

Segmentauslastung (Kabel)

Kabelnetz-Abschnitte werden von mehreren Haushalten gemeinsam genutzt. Zu Stoßzeiten kann die Geschwindigkeit deshalb sinken. In stark ausgelasteten Gebieten ist Glasfaser oft stabiler.

SIP-Zugangsdaten

Zugangsdaten für VoIP-Telefonie. Sie benötigen sie, wenn Sie eigene Router oder Telefonanlagen nutzen. Anbieter müssen diese Daten bei Routerfreiheit bereitstellen.

Sonderkündigungsrecht

Außerordentliche Kündigung ist möglich, etwa bei nachgewiesener Minderleistung oder fehlender Versorgung nach Umzug. Sie müssen den Mangel dokumentieren.

T

 

TAE-Dose

Standard-Telefondose in Deutschland für DSL/VDSL-Anschlüsse. Hier wird der Router angeschlossen. Bei Störungen lohnt ein Check dieser Dose und der Hausverkabelung.

Tarif

Konkretes Vertragsangebot mit Preis, Bandbreite, Laufzeit und Zusatzleistungen. Tarife unterscheiden sich durch Aktionspreise, Hardware-Optionen oder TV-Pakete. Für die Wahl zählt der Effektivpreis plus reale Leistung.

U

 

Uploadrate

Geschwindigkeit, mit der Sie Daten ins Internet senden. Wichtig für Videokonferenzen, Cloud-Backups und Dateiuploads. Gerade bei Kabeltarifen variiert der Upload stark.

V

 

Verfügbarkeit

Ob eine Anschlussart oder ein Tarif an Ihrer Adresse technisch möglich ist. Hängt vom Ausbaugebiet und der Hausverkabelung ab. Eine genaue Adressprüfung ist daher Pflicht vor Vertragsabschluss.

Vertragslaufzeit

Mindestvertragslaufzeit darf maximal 24 Monate betragen. Nach Ablauf wird der Vertrag unbefristet und ist mit 1-Monats-Frist kündbar. Lange Laufzeiten sind oft günstiger, aber weniger flexibel.

Vertragszusammenfassung

Pflicht-Kurzinfo vor Vertragsschluss mit Preis, Laufzeit, Kündigung und Leistung. Sie müssen diese Zusammenfassung aktiv bestätigen, erst dann kommt der Vertrag zustande. Schützt vor versteckten Kosten und Missverständnissen.

W

 

WLAN (Wi-Fi)

Drahtlose Internetverteilung im Haushalt. Die reale Geschwindigkeit hängt von Router-Standort, Wänden und Störungen ab. Für maximale Leistung hilft LAN oder Mesh-WLAN.

Widerrufsrecht

Bei Online- oder Telefonabschluss können Sie den Vertrag in der Regel 14 Tage widerrufen. Der Widerruf muss fristgerecht beim Anbieter eingehen. Ausnahme: wenn Sie ausdrücklich einen früheren Start wünschen.

X

 

xDSL

Sammelbegriff für DSL-Technologien über Kupferleitungen, z. B. ADSL und VDSL. Welche Variante möglich ist, hängt vom Ausbau und der Leitungslänge ab. xDSL ist verbreitet, wird aber langfristig durch Glasfaser ersetzt.

XGS-PON

Glasfaser-Standard für symmetrische Anschlüsse bis 10 Gbit/s. Wird in Deutschland zunehmend beim FTTH-Ausbau eingesetzt. Relevant, wenn besonders hohe Upload- und Downloadraten verfügbar sind.

Y

 

Y-Kabel (DSL/Telefon)

Spezielles Anschlusskabel, das DSL-Signal und Telefonie an manchen Routern zusammenführt. Häufig bei FRITZ!Box-Geräten. Wichtig für die korrekte Verkabelung bei VoIP-Festnetztelefonie.

Z

 

Zugangsdaten

Daten zur Router-Einrichtung, z. B. PPPoE-Login bei DSL oder SIP-Daten für Telefonie. Bei Routerfreiheit muss der Anbieter sie bereitstellen. Ohne Zugangsdaten können Sie kein eigenes Endgerät nutzen.

4G / 5G

Mobilfunkstandards für Internet über Funk. 5G bietet höhere Bandbreiten und meist geringere Latenz als 4G (LTE), setzt aber gute Netzabdeckung voraus. Alternative, wenn kein schnelles Festnetz verfügbar ist.